DAS SCHWEIZER E-BIKE-MAGAZIN

Test: KTM Machina Prowler Master

Downhill-Sänfte

Es kann Trail, Tour und Enduro – mit seinem weiten Federwegen, dem kräftigen Antrieb und standfesten Bremsen hat das KTM Macina Prowler Master alles drauf, was von einem robusten und vielseitigen E-Mountainbike erwartet werden darf – bergauf wie bergab.

Die Geometrie des KTM Machina Prowler Master ist auf Enduro ausgerichtet.
Die Geometrie des KTM Machina Prowler Master ist auf Enduro ausgerichtet.

In Space Galaxy Matt rollt das Prowler optisch aussergewöhnlich über die Trails. Je nach Lichteinstrahlung wechseln die Farben, schimmert das Carbon durch. Man kann es mögen oder auch nicht – mir gefällt es jedenfalls. Noch mehr sagt mir zu, dass man es bergauf wie bergab mit dem Prowler krachen lassen kann. Man spürt die Gene der Marke, die sich in der Motorradszene einen guten Ruf im Hardenduro-Bereich erarbeitet hat. Im Zentrum steht auch beim Prowler das Fahrgefühl – und das überzeugt in vielen Punkten. 

Der vollgefederte Carbonrahmen – mit üppigen 170 Milimetern Federweg hinten und 180 Milimetern vorne – lässt sich dank Fox-Federelement und Gabel perfekt auf die eigenen Bedürfnisse einstellen. Ich hab’s gerne komfortabel aber doch genügend straff, nicht zu hart und nicht zu weich. Zusammen mit dem Mullet-Setup – das 27,5- Zoll-Hinterrad folgt dem 29-Zoll-Vorderrad – geht es locker über Wurzeln und bleibt in ruppigem Gelände gut kontrollierbar. Insbesondere schätze ich die Laufruhe des flachen Lenkwinkels. Kein Vergleich zu meinen früheren Bikes, die sich zwar wenig aber doch deutlich nervöser fuhren als das souveräne Prowler. In Spitzkehren muss man etwas mehr zirkeln beziehungsweise muss die Kurven in möglichst weitem Bogen anfahren. Dafür verzeiht es auch mal einen Konzentrationsfehler auf längeren Touren. 

Die Geometrie ist klar auf Enduro ausgerichtet: Aufrecht und zentral über dem Bike sitzend, vermittelt es dem Fahrer die Kontrolle und Flexibilität, um auch im ruppigen Gelände stets Herr der Situation zu bleiben. Trails bergauf meistert das Bike super easy und mit Leichtigkeit. Bergab fährt es wie auf Schienen. Die Fox Float Rhythm-Gabel und der Fox Float Dämpfer behalten die langen Federwege gut unter Kontrolle und schlucken die Hindernisse, dass es eine Freude ist. Damit lassen sich auch anspruchsvolle Downhills entspannt runtercruisen. Auch die übrige Ausstattung lässt keine Wünsche offen: Die Shimano XT-Schaltung wechselt die zwölf Schaltstufen butterweich. Die Saint-Vierkolbenbremsen in Kombination mit der Maxxis-Mignion-Plus-Bereifung verzögert auch nur mit zwei Fingern ohne grossen Kraftaufwand standfest und ermüdungsfrei. Der 750Wh-Akku im Unterrohr hat genug Energie für lange Touren oder reicht bei sparsamer Fahrweise auch an zwei Tagen hintereinander ohne nachzuladen. Stets für ein Lächeln gut ist der kraftvolle Bosch CX-Motor mit 85Nm Drehmoment. 

Platz für eine Trinkflasche? Schön wär’s! Nicht restlos zu überzeugen vermochte einzig das Zubehör, welches nicht angebracht werden kann oder nicht serienmässig dabei ist. Ein Flaschenhalter lässt sich zwar montieren. Platz im robusten Rahmendreieck ist aber nur für ein Fläschchen, das zuerst noch erfunden werden muss. Eine Halbliter oder sogar Dreiviertelliter Flasche findet kein Platz, denn der beansprucht der Ausgleichsbehälter des Fox-Dämpfers. Auch serienmässiges Licht fehlt, lässt sich aber nachrüsten. 

Eine interessante Ergänzung, die ebenfalls nicht serienmässig ist, ist der Bosch Smartphone Grip. Statt eines klassischen Displays wird hier das eigene Handy als Bordcomputer genutzt – und während der Fahrt auch noch aufgeladen. Endlich eine Halterung weniger, denn ich navigiere seit Jahren mit meinem Handy. Das System funktioniert einwandfrei und das Handy hält auch auf Wurzeltrails und anderen Schüttelpisten sicher in der Halterung. Geladen wird induktiv. Das Problem «toter» Handy-Akkus während der Wegsuche gehört damit der Vergangenheit an. Wobei «laden» nicht ganz zutreffend ist – wohl eher «Akkuladestandserhaltung». Aber mein Problem ist damit gelöst. 

Die Bosch Flow App zeigt die wichtigsten Fahrdaten an, liesse sich aber puncto Navigation und Funktionsumfang noch etwas verbessern. Sehr praktisch ist, dass mit der Bosch-Lenkerarmatur auch das Smartphone bedient werden kann. Der Smartphone Grip ist vor allem für diejenigen eine empfehlenswerte Ergänzung, die ohnehin mit Komoot, Garmin & Co. navigieren. Ein Problem aber bleibt je nach Handymodell bestehen: Bei Sonnenschein und bestimmtem Einstrahlungswinkel lässt sich der Bildschirm kaum ablesen – ein Problem, dass man auch vom Strandbesuch kennt.

KTM

Mehr Informationen in der Ausgabe 2/25 im Magazin easybiken.

Text: Nico Stähli, Foto: Martin Platter
aus: easybiken, Heft Nr. 2/2025

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